Als Marketingprofi möchte man verständlicherweise keine Chancen verpassen – egal ob es neue Kommunikationsansätze, Medien, Plattformen, Tools oder andere Innovationen sind. Nur: was ist wirklich sinnvoll und was eine kostspielige Verführung?
Da wird zum einen auf die Konkurrenz geschaut. Denn was die tut, das
tut sie ja aus gutem Grund. Deshalb zieht man dasselbe auch für sich in
Betracht. Und zum anderen ist – im Zeitalter der Industrie 4.0 – das
Spektrum an verlockenden Möglichkeiten gross und verführerisch wie nie.
Digitaler, vernetzter und persönlicher soll es werden. Nur: «neuer»
bedeutet nicht immer auch «effizienter». Denn nahezu immer ist der
Einsatz neuer Technologien und Methoden mit Lehrgeld verbunden. Und er
verwässert zudem noch den bestehenden Massnahmen-Mix.
Folgende Tipps helfen Ihnen, spontanen «Verführungen» zu widerstehen
und trotzdem gezielt neue Wege zu beschreiten. Erstens: hinterfragen Sie
kritisch, ob Sie damit messbar auf die Wirkung einzahlen; zum Beispiel
mit gesteigerter Produktivität, verbessertem Kundenservice oder dem
Pushen des Neugeschäfts.
Zweitens: prüfen Sie die Erfolgsvoraussetzungen und seien Sie ehrlich
zu sich selbst. Sind die zeitlichen, finanziellen und personellen
Ressourcen zur Umsetzung (bei laufendem Betrieb im Tagesgeschäft!)
tatsächlich vorhanden? Lässt sich wirklich alles «on-top» zu den
bisherigen Massnahmen umsetzen oder müssen Sie Ressourcen umschichten
und auf Bestehendes verzichten? Wenn ja, mit welchem Trade-Off?
Drittens: starten Sie mit einem Pilotprojekt. Und zwar nicht mit einer Einzelmassnahme, sondern mit einem Versuch unter realen Bedingungen, der nach einer fest definierten Zeit eine belastbare Aussage über Funktion und Wirkung zulässt. Und damit eine solide Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen schafft.
Quelle: Leader, Oktober 2016