Die Botschafter

Jugendpartizipation in der Gemeinde Teil "Informieren" – Jugendliche dort erreichen, wo sie sind

Jugendliche sollen mitreden, wenn es um die Zukunft ihrer Gemeinde geht – tun es aber oft nicht. Der Grund liegt selten im fehlenden Interesse, sondern meist darin, dass sie gar nicht erreicht werden. Dieser erste Beitrag einer Beitragsserie zur Jugendpartizipation zeigt, warum Information der entscheidende Einstieg ist. In den folgenden Beiträgen geht es darum, wie Gemeinden Relevanz schaffen, Jugendliche zum Mitwirken befähigen und echte Beteiligung ermöglichen.

Warum Information der erste Schlüssel zur Jugendpartizipation ist

Jugendpartizipation beginnt nicht mit einem Workshop und auch nicht mit einem politischen Entscheid. Sie beginnt viel früher, nämlich in dem Moment, in dem Jugendliche überhaupt erfahren, dass sie eingeladen sind, mitzudenken und mitzureden. Gemeinden investieren viel Zeit und Ressourcen in Mitwirkungsprozesse, etwa bei einer Zentrumsentwicklung oder bei der Gestaltung öffentlicher Räume. Trotzdem zeigt sich in der Praxis immer wieder, dass gerade junge Menschen an solchen Prozessen kaum teilnehmen. Das liegt jedoch selten an fehlendem Interesse, sondern vielmehr daran, dass die Information über diese Mitwirkungsmöglichkeiten sie nicht erreicht oder für sie keine Bedeutung entfaltet.

Die geringe politische Beteiligung von Jugendlichen ist schade, da die Stimmen der jungen Leute innerhalb der Gemeinde verloren gehen. Verheerender noch: Zukunftsprojekte sind gerade für diese Altersgruppe wichtig, da sie am meisten davon profitieren können und die Projekte gegebenenfalls finanziell mittragen müssen.

Wie erreicht man diese Gruppe von Menschen also?

 

Der Kanal entscheidet mit

Ein zentraler Aspekt erfolgreicher Information ist die Wahl der richtigen Kommunikationskanäle. Jugendliche informieren sich heute fast ausschliesslich digital, insbesondere über Social Media. Wer sie erreichen will, muss dort präsent sein, wo sie sich ohnehin aufhalten.

Dabei ist es wichtig, auf bestehende und etablierte Kommunikationskanäle zurückzugreifen. Gemeinden sollten nicht vorschnell für einzelne Projekte neue Social-Media-Accounts eröffnen. Ein eigener Account ist nur dann sinnvoll, wenn er langfristig und vielseitig für unterschiedliche Projekte und Partizipationsformen genutzt werden kann. Der Aufbau von Reichweite auf Social Media erfordert zudem Zeit und kontinuierliche Pflege, die bereits vor Projektbeginn investiert werden muss, um insbesondere Jugendliche effektiv zu erreichen.

Aus diesem Grund stellen alternative Kanäle häufig verlässlichere und niederschwelligere Zugänge dar. Dazu zählen insbesondere Schulen, Vereine und Klubs. Besonders Netzwerke wie Jugendtreffs sind von grossem Wert, da die Jugendarbeit in engem und vertrauensvollem Austausch mit Jugendlichen steht. Werden Informationen über Mitwirkungsmöglichkeiten über diese etablierten Strukturen vermittelt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie von Jugendlichen ernst genommen und wahrgenommen werden.

 

Information als gemeinschaftliche Aufgabe

Information zur Jugendpartizipation ist keine isolierte Aufgabe der Verwaltung. Sie ist eine gemeinschaftliche Leistung, die nur dann wirkt, wenn verschiedene Akteur*innen zusammenspielen.

In Schulen und Vereine bietet sich die Möglichkeit Jugendliche direkt und breit anzusprechen. Lehrpersonen können kommunale Zukunftsprojekte aufgreifen, erklären und mit dem Alltag der Jugendlichen verknüpfen. Dadurch wir Partizipation nicht als abstraktes politisches Angebot wahrgenommen, sondern als reales Thema, das das eigene Lebensumfeld betrifft. Gleichzeitig stärken solche Bezüge die politische Bildung und schaffen damit das Fundament für langfristige Beteiligung.

Auch Vereine und Klubs spielen eine zentrale Rolle. Sie basieren auf freiwilligem Engagement, gemeinsamen Interessen und oft auf einem starken Gemeinschaftsgefühl. Informationen, die in diesem Umfeld vermittelt werden, stossen auf höhere Aufmerksamkeit und Glaubwürdigkeit, weil sie über vertraute Strukturen und Bezugspersonen verbreitet werden. Vereine können Jugendliche nicht nur informieren, sondern auch motivieren, gemeinsam an Mitwirkungsprozessen teilzunehmen und Verantwortung zu übernehmen.

 

Politische Inhalte verständlich machen

Erfolgreiche Jugendpartizipation setzt voraus, dass politische Prozesse übersetzt werden. Fachbegriffe, formelle Abläufe und lange Zeithorizonte müssen so erklärt werden, dass Jugendliche verstehen, worum es geht und wo sie tatsächlich Einfluss nehmen können. Transparenz spielt dabei eine zentrale Rolle. Nur wenn von Anfang an klar kommuniziert wird, welche Mitwirkungsmöglichkeiten bestehen und wo deren Grenzen liegen, kann Vertrauen entstehen.

Mitzuwirken bedeutet nicht nur die eigene Meinung zu vertreten. Vielen Jugendlichen ist nicht bewusst, dass sie mit ihrer Teilhabe die Chance haben, aktiv ihre Zukunft mitgestalten zu können. Genau dies gilt es zu kommunizieren, und zwar in einfacher Sprache und auf Augenhöhe.

 

Partizipation langfristig verankern

Information ist kein einmaliger Aufruf zur Teilnahme, sondern Teil eines strategischen Prozesses. Sie schafft die Grundlage für Vertrauen, Interesse und letztlich für echte Mitwirkung. Gemeinden, die Jugendliche langfristig einbinden möchten, müssen sich deshalb bewusst mit ihrer Kommunikation auseinandersetzen.

Genau hier setzt professionelle Kommunikationsarbeit an. Als Kommunikationsagentur unterstützen wir Gemeinden dabei, politische Vorhaben jugendgerecht zu vermitteln. Wir helfen, komplexe Prozesse verständlich aufzubereiten, passende Kommunikationswege zu definieren und Inhalte so zu gestalten, dass sie Jugendliche tatsächlich erreichen. Nicht mit vorgefertigten Lösungen, sondern gemeinsam mit den Gemeinden, auf ihre spezifischen Herausforderungen und Zielgruppen abgestimmt.

Denn nur wer informiert ist, kann mitwirken.

 

Leonie Halter, Die Botschafter Kommunikationsagentur AG LSA

Axel Thoma
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Managing Partner

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